Atemwegsallergien

Eine chronische Erkrankung, die sich im Laufe der Zeit verschlechtern kann

Eine Atemwegsallergie entsteht durch eine Fehlreaktion des Immunsystems, die den Organismus veranlasst, anormal auf den Kontakt mit in der Luft vorhandenen, normalerweise ungefährlichen Substanzen zu reagieren: die Allergene. Zu den häufigsten Auslösern von Allergien der Atemwege zählen Hausstaubmilben, Pollen, Tierhaare und Schimmel. Werden sie eingeatmet, können sie Entzündungsreaktionen in Nase, Augen, Hals und Bronchien verursachen. Man spricht dann von „allergischem Schnupfen“ bzw. „allergischer Rhinitis“ oder „allergischem Asthma“. Die Atemwegsallergie ist eine Erkrankung, die sich im Laufe der Zeit weiter verschlechtern und mit Begleiterkrankungen einhergehen kann.

Europaweit leiden 20 % der von einer Atemwegsallergie betroffenen Patienten unter einer schweren Ausprägungsform der Erkrankung, einer „mittelschweren“ bis „schweren“ Atemwegsallergie1.  Im Bereich von Hals, Nase und Ohren (HNO) und unteren Atemwegen (Bronchien) kann eine solche Allergie zu Begleiterkrankungen führen:

  • Entzündungen und Infektionen: Ohrenentzündungen, Nasennebenhöhlenentzündung, Mandelentzündung, vor allem bei Kindern.2
  • Atemstillstände während des Schlafs (Schlafapnoe) und deren Folgen: Schlafstörungen, Müdigkeit …3
  • Asthma in 40 % der Fälle. 80 % aller Asthmaerkrankungen entstehen infolge einer Allergie.4
  • In den besonders schweren Fällen führen die Allergiesymptome zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Schlafqualität5  und ziehen Müdigkeit und Konzentrationsstörungen nach sich.6
  • Etwa 70 % der Patienten, die unter allergischem Schnupfen leiden, geben an, sie fühlten sich im Alltag durch die Erkrankung beeinträchtigt.7
  • Allergiebetroffene Kinder können in der Schule auf allergiebedingte Probleme stoßen, denn die Folgen der Allergie, wie Reizbarkeit, Müdigkeit, mangelnde Aufmerksamkeit, Konzentrationsstörungen, Schlafprobleme und Schläfrigkeit tagsüber, können auch ihr Kurzzeitgedächtnis beeinträchtigen.8
  •  Allergien der Atemwege beeinflussen die Leistung und bilden inzwischen noch vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen Ursache Nr. 1 des Produktivitätsverlusts weltweit.9, 10

Was passiert bei einer Allergie?

Viele Stoffe, die Allergien auslösen, dringen über die Atemwege und die Schleimhäute in den Körper ein. Beim allerersten Kontakt mit einer allergieauslösenden Substanz zeigen sich noch keine Symptome. Sobald das Allergen die Haut oder Schleimhaut durchdrungen hat, bereitet sich der Körper jedoch darauf vor, beim nächsten Kontakt auf den Fremdstoff zu reagieren. Es kommt zu einer übermäßigen Bildung von Antikörpern im Blut. Diese produzierten Immunglobuline führen aber nicht zu einer Unempfindlichkeit, sondern zu einer Überempfindlichkeit (Sensibilisierung).

Wie sich Allergien an verschiedenen Stellen unseres Körpers auswirken können

Stelle

Symptome

Augen

  • Bindehautentzündung
  • Lidschwellung

Atemwege

  • Niesreiz
  • Schnupfen
  • Atemnot; Asthma
  • Schwellungen im Hals und am Kehlkopf
  • Entzündung der Lungenbläschen

Haut

  • Rötungen
  • Schwellungen
  • Ekzeme
  • Quaddelbildung
  • Neurodermitis

Magen-Darm-Trakt

  • Übelkeit, Durchfall
  • Entzündung der Magenschleimhaut

Blutgefäßsystem

  • Kreislaufzusammenbruch

 

 

 

 

1. AO White Book on Allergy, Update 2013;
2. Sih T, Mion O. Allergic rhinitis in the child and associated comorbidities. Pediatr Allergy Immunol 2010: 21: 107–113;
3. Koinis-Mitchell D, Craig T, Esteban CA, Klein RB..Sleep and allergic disease: a summary of the literature and future directions for research. J Allergy Clin Immunol. 2012 Dez.;130(6):1275-81;
4. Blaiss MS. Rhinitis-asthma connection: epidemiologic and pathophysiologic basis. Allergy Asthma Proc 2005; 26: 35–40;
5. Marshall PS. et al. Effects of seasonal allergic rhinitis on fatigue levels and mood. Psychosom Med. 2002;64:684-91;
6. Bender BG. Cognitive effects of allergic rhinitis and its treatment. Immunol Allergy Clin North Am. 2005;25:301-12;
7. Valovirta E et al. The voice of the patients: allergic rhinitis is not a trivial disease. Curr Opin Allergy Clin Immunol. 2008;8(1):1-9. Review;
8. Walker S. et al., Seasonal allergic rhinitis is associated with a detrimental effect on examination performance in UK teenagers: Case control study, 2007 American Academy of Alergy, Asthma & Immunology 
9. EFA Book on Respiratory Allergy in Europe: Relieve the Burden, 2011;
10. Meltzer EO, Gross GN, Katial R, Storms WW. Allergic rhinitis substantially impacts patient quality of life: findings from the Nasal Allergy Survey Assessing Limitations. J Fam Pract. 2012;61:S5-10.